erstellt am, 08. Februar, 2019

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Agilisierung – Das falsche Verständnis von Innovation

Dieser Beitrag ist der erste Beitrag in einer Minireihe, in der wir uns mit dem Thema Agilisierung von Organisationen beschäftigen.

Agilität ist eines der Schlagwörter, welches für viele Unternehmen zu einer Art Mantra geworden ist. Zumindest scheint so die Wahrnehmung vieler Berater und Verantwortlichen. Ein Blick auf Google Trend unterstützt diese Wahrnehmung. Doch wieso ist es gerade in den letzten Jahren so modern geworden agil zu sein und welche Vorteile glauben Unternehmen, daraus ziehen zu können?

Dabei wird im ersten Teil untersucht, wieso Agilität ein Wunsch von Organisationen ist. Agile Teams einzuführen, ohne ein Verständnis der dahinterliegenden Mechanismen zu haben ist aus unserer Sicht gefährlich und erhöht die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns immens.

Der Weg zur Agilen Organisation und die erfolgreiche Implementierung benötigt viele Überlegungen. Gut durchdacht kann es Unternehmen helfen erfolgreiche Geschäftsmodelle am Markt zu etablieren.

Das falsche Verständnis von Innovation

Organisationen wollen heute innovativ sein. Wie Innovation zu verstehen ist wird jedoch von den wenigsten Organisationen definiert. Aus unserer langjährigen Beratungstätigkeit als Berater wissen wir, dass die wenigsten Organisationen eine Vorstellung von Innovation und deren Implementierung in Ihren Unternehmen haben.

„Seid innovativ“. Diese Aussage haben sicherlich schon viele Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen gehört. Doch was heißt Innovation? Wie kann man innovativ sein und welche Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein? Das Wort Innovation kommt vom lateinischen innovare und bedeutet so viel wie erneuern.

 

In die Wirtschaftswissenschaft wurde der Begriff durch Joseph Schumpeter mit seiner Theorie der Innovationen eingeführt; hier ist er als Aufstellung einer neuen Produktionsfunktion definiert. Die Innovation ist ein willentlicher und gezielter Veränderungsprozess hin zu etwas Erstmaligem, „Neuem“. Wirtschaft und Gesellschaft wandeln sich, wenn Produktionsfaktoren auf eine neuartige Art und Weise kombiniert werden.

Viele Organisationen glauben nun Innovation verordnen zu können. Oftmals wird auch ein eigener Innovationsmanager benannt, der sich um vorwiegend um das Thema Innovation kümmern soll. Nun finden wir den Ansatz eine Person dediziert für das Thema Innovation zu benennen einen guten ersten Schritt. Jedoch sieht man in vielen Organisation, dass die alleinige Schaffung einer solchen Position oftmals noch nicht zum erwünschten Ergebnis führt

Innovation richtig verstehen

Innovation ist vordergründig kein Prozess. Innovation passiert aus unserem Verständnis dann, wenn die Chance auf Serendipität (im Englischen Serendipity) erhöht wird.

Der Begriff Serendipität (englisch serendipity), gelegentlich auch Serendipity-Prinzip oder Serendipitätsprinzip, bezeichnet eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist.

Innovation hat viele Facetten. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess kann auch als Innovation angesehen werden. In diesem speziellen Punkt, also der kontinuierlichen Verbesserung, sind klassische Organisationen meistens sehr gut. Beim Innovieren von etwas grundsätzlich Neuem scheitern sie jedoch häufig. Das Problem beim Einführen komplett neuer Produkte für die Kunden ist der Widerstand innerhalb des Unternehmens.

 

Von Paul Watzlawick stammt folgendes Zitat

Wer nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.

Wahrhafte Innovation im Sinne des Entstehens von etwas komplett Neuartigem kann innerhalb einer Organisation nur geschehen, wenn die Rahmenbedingungen des Zusammenarbeitens überdacht werden. Crossfunktionale Teams, Querdenker, Impulse ausserhalb des Unternehmens, eine neue Art des Leaderships sind hierfür Punkte, die neu überdacht und angepasst gehören.

Herausforderung der Digitalisierung

Digitalisierung ist in aller Munde. Industrie 4.0 gilt hier als Schlagwort für produzierende Gewerbe. Im Kontext dieses Whitepapers verstehen wir unter Digitalisierung genauer den digitalen Wandel, oder auch digitale Transformation. Der digitale Wandel beschreibt die durch die Digitalisierung ausgelösten Veränderungsprozesse in der Gesellschaft inklusive Wirtschaft, Kultur, Bildung und Politik.

Durch das Aufkommen digitaler Technologien verändert sich das Konsumverhalten der Kunden und damit das Geschäftsmodell vieler Unternehmen. War es früher noch üblich sich Waren direkt beim Händler vor Ort zu besorgen, so ist es heute sehr oft so, dass Kunden sich Waren im Internet bestellen. Amazon ist mittlerweile der größte Onlinehändler der Welt. Ziel vieler Unternehmen ist es nun die Wertschöpfung aus digitalen Kanälen zu erhöhen. Weiters ist oftmals ein Ziel einen Omnichannel-Ansatz umzusetzen. Das Versprechen ist hier, dass der Kunde über jedem Kanal mit dem Unternehmen in Verbindung treten kann und überall serviciert werden kann.

 

David gegen Goliath – Wieso kleine Unternehmen erfolgreich sind

 

Paradox erscheint, dass gerade große Unternehmen mit Neid auf den Erfolg kleiner Unternehmen schielen, wenn diese rein digital ein Geschäftsmodell neu erfinden und erfolgreich neu interpretieren. Hier gibt es viele Beispiele. Sei es Spotify, die den Konsum von Musik neu erfunden haben. AirBnB, die das Buchen von Unterkünften revolutioniert haben oder auch Uber, mit dem es einfach ist sich eine Mitfahrgelegenheit zu besorgen.

Das Konzept, bei denen der Anbieter selber nicht der Produzent der Dienstleistung, oder der Ware ist, sondern als Vermittler auftritt wird auch als Plattformökonomie bezeichnet.

In einer Welt, in der Kunden am Tag viele Stunden beim Surfen im Internet verbringen liegt es nahe, dass auch Produkte und Dienstleistungen im Internet geordert werden. Der Konsument ist heute mündiger und informierter denn je. Fast jedes Produkt oder Dienstleistung wird zudem von verschiedenen Anbietern in ähnlicher Qualität angeboten, was auch dazu führt, dass wir von einem Käufermarkt sprechen.

Die Davids dieser Welt sind meist gut ausgebildete Techniker mit einem Sinn für disruptive Geschäftsmodelle und das macht den Goliaths dieser Welt zu schaffen.

Wenn nun jedoch ein etabliertes Unternehmen (der Goliath) glaubt die Davids (die Startups) mit den selben Waffen schlagen zu können, denen sich die Startups bedienen, so ist dies oft ein falscher Schluss und oft auch gar nicht möglich. Disruptive Geschäftsmodelle können meist nur von Unternehmen erdacht werden, die selbst noch nicht in diesem Business einen gewissen Stellenwert erreicht haben. Würden nämlich große, etablierte Unternehmen Ihr eigenes Geschäftsmodell disruptieren zu versuchen, würden Sie vom Widerstand aus dem Unternehmen gestoppt.

Es ist somit ein Trugschluss von Organisationen, wenn Sie glauben, dass Sie ähnlich wie Startups neue innovative Geschäftsmodelle einfach erstellen können. Dies widerspricht grundsätzlich dem Wesen einer solchen Organisation.

Die Herangehensweise an Probleme und die schnelle Umsetzung dieser ist ein Wesen von Startups. Diese Prinzipien können auch von grossen Unternehmen übernommen und implementiert werden. Hier gibt es also eine Möglichkeit agile, innovative Ansätze in Organisationen zu fördern.

Innovation als Kernthema

Abschließend bleibt uns hinzuzufügen, dass Agilisierung in Unternehmen behutsam und mit dem richtigen Fokus umgesetzt werden soll. Dem Kernthema der Innovation sollte dabei der richtige Raum gegeben werden, um wirkliche Veränderungen herbeizuführen.

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